Markus Zitt, 19. September 2024, 13:45 Uhr

PhotoLab 8: optimierte Werkzeuge für Farbkorrektur und Rausch-Minderung

Die französischen DxO Labs haben ein Jahr nach der letzten Version (Fotointern berichtete) die neue Version 8 ihres Flaggschiff-Programms zur Bildbearbeitung und zur Raw-Konvertierung veröffentlicht. Das für macOS und Windows erhältliche PhotoLab 8 ist eine Komplettlösung für die Bearbeitung sowie die Korrektur von Raw-Bildern und soll eindrucksvollen Neuerungen und Verbesserungen mitbringen. Dazu gehören eine neue, noch effektivere Version der Rauschminderung sowie eine Detailextraktion auf höchstem Niveau. Dazu gibt es ein grosses Lupenfenster zur Echtzeitvorschau, die die Auswirkungen von Bearbeitungseinstellung gross zeigen kann. Zu den weiteren Verbesserungen gehören Farbton-Masken, ein überarbeitetes Tonwertkurven-Werkzeug und vieles mehr. Die Software verfügt ab sofort über ein grosses Fenster zur Begutachtung vorgenommener Änderungen in Echtzeit. Zudem führt Version 8 Farbton-Masken für präzise lokale Anpassungen und ein verbessertes Tonwertkurven-Werkzeug ein, das Fotografen einzigartige Funktionen in Kombination mit einem beispiellosen Mass an Kontrolle bietet.

Neuerungen und Verbesserungen von Version 8 im Detail

DeepPRIME XD2s setzt neue Massstäbe in der Raw-Technologie: DxO hat seit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Verarbeitung von Raw-Dateien, und das nicht zuletzt aufgrund der kontinuierlichen Forschung und Entwicklung, die von ihren Ingenieuren vorangetrieben wird. «DeepPRIME XD2s» ist die Krönung dieser Technologie und bietet laut DxO ein noch nie dagewesenes Mass an Rauschminderung und Detailextrahierung. Mit ihr können Fotografen bedenkenlos höhere ISO-Werte verwenden, alten Bildern neues Leben einhauchen und selbst mit den neuesten Kameras eine bisher unerreichte Bildqualität realisieren.

Verbesserte Korrektur von Objektivunschärfe: Auch die besten Objektive verlieren zum Bildrand hin ihre Schärfe. Um dies zu korrigieren, bietet DxO PhotoLab einen speziellen Ansatz für das optische Schärfen. Bei den «DxO Optics»-Modulen handelt es sich um mathematische Modelle, die aus einer Analyse der Objektivleistung über das gesamte Bildfeld sowie den gesamten Brennweitenbereich hinweg entwickelt wurden. Diese Modelle gewährleisten eine präzise, graduelle Schärfung, die auf die Eigenschaften des für ein Foto benutzten Objektivs perfekt angepasst ist. Software, die stattdessen eine gleichmässige Schärfung auf das gesamte Bild anwendet, kann laut DxO hinsichtlich der Bildqualität der Bearbeitungsresultate nicht mit jener von DxO mithalten.
Mit PhotoLab 8 zeigen die neuen exklusiven Algorithmen zur Korrektur von Objektivunschärfe Details, ohne Artefakte in hochfrequenten Bildbereichen zu erzeugen, was ein vollkommen neues Leistungsniveau eröffnet.

Vorschau von Raw-Rauschminderung und Demosaicing in bester Qualität: Die Raw-Verarbeitung in PhotoLab 8 enthält jetzt eine wesentliche neue Funktion: Eine grosse Vorschau-Lupe in Echtzeit, die dem Fotografen partiell und genau anzeigt, wie seine Bilder durch die DeepPRIME-Technologien der Software verbessert werden, und die alle anderen vorgenommenen Anpassungen ebenfalls vergrössert darstellt. So zeigt die Lupe im Vorschaufenster etwa neben der Auswirkung von «DeepPRIME XD2s»-Optimierung auch Korrekturen der Belichtung, ClearView, Smart Lighting, der Tonwertkurve etc. an.

Mit DeepPRIME können Fotografen zum Beispiel die Belichtung während der Aufnahme erhöhen und bei der Bearbeitung in der Software intuitiv sehen, wie weit das Bild an seine Grenzen gebracht werden kann. Mit einem Zoomfaktor von bis zu 1600 % können Fotografen diese Ergebnisse des Demosaicing und der Rauschminderung betrachten. Darüber hinaus werden auch alle weiteren Aspekte der Bearbeitung angezeigt, wodurch der PhotoLab-Workflow ganzheitlich stimmig ist.

Neue Farbton-Masken für unerreichte Präzision: Präzise Bearbeitung erfordert eine punktgenaue Maskierung, daher wartet PhotoLab 8 neben der legendären «U Point»-Technologie, die aus der Nik Collection stammt, mit neuen Farbton-Masken auf. Diese Masken sind leistungsstark und extrem präzise, sodass Fotografen individuelle Farbtöne und Farbbereiche zur gezielten Bearbeitung auswählen können. Für die in der Fotografie gängigsten, sehr sanften Übergänge können Fotografen aus acht vordefinierten Farbtönen oder direkt im Bild eine Farbe auswählen, bevor sie den ausgewählten Bereich fein abstimmen. Dies kann entweder mit dem Pinsel/Radierer-Werkzeug oder den Mikro-Eingabe- und -Ausgabesteuerungen erfolgen.

Neu überarbeitete Tonwertkurve mit separatem Luminanz-Kanal: Als eines der leistungsstärksten Werkzeuge, das einem Fotografen zur Verfügung stehen kann, ist die Tonwertkurve in PhotoLab dank zahlreicher Weiterentwicklungen jetzt die erste Wahl.

In Version 8 können Fotografen die Kurve mithilfe der Pipette bearbeiten. Dazu klicken sie einfach im Bild auf die Farbe, die sie bearbeiten möchten, und ziehen so lange, bis diese wie gewünscht dargestellt wird. Neben den Rot-, Grün- und Blaukanälen gibt es ab sofort den neuen Luminanz-Kanal, mit dem Tonwertkorrekturen vorgenommen werden können, ohne dass es zu Farbabstufungen kommt. So werden unerwünschte oder unerwartete Farbverschiebungen bei Anpassung der Helligkeit vermieden.

Ein intelligenterer, schnellerer Workflow: Um die Bildbearbeitung noch präziser als bisher zu gestalten, führt PhotoLab 8 einen neuen Vergleichsmodus ein, bei dem Anwender ein Referenzbild festlegen können, auf dessen Basis sie ihre Anpassungen vornehmen. Das Bildfenster verfügt über einen neuen Korrektur-Tooltip, der eine Echtzeitvorschau von Effekten liefert, wenn sich der Mauszeiger über Rendering-Einstellungen bewegt (z.B. für Farb-Renderings, LUTs, Tonwertkurven-Presets), wodurch Korrekturen flüssiger werden. Zu guter Letzt wurde die Geschwindigkeit der Software beim Durchsuchen und Laden von Bildern insgesamt zu Gunsten eines komfortableren Workflows beschleunigt.

Weitere Verbesserungen: Zur Erhöhung der Benutzerfreundlichkeit wurden ausserdem vier weitere Optimierungen an der Software vorgenommen. Es wird nun während der Korrektur ab sofort das Histogramm als Hilfestellung angezeigt. Zweitens erhalten Fotografen jetzt eine visuelle Rückmeldung, wenn sie Änderungen an den RGB-Kanälen vornehmen, und zwar mittels zweifarbiger Farbdarstellung für die Kurve bei entsprechender Anpassung.

Neu ist zudem, dass jedem Punkt auf der Tonwertkurve ein editierbarer Zahlenwert zugeordnet ist, über den sich sehr präzise Änderungen vornehmen lassen oder auch einfach notieren/dokumentieren lassen. Als vierte Optimierung können Fotografierende nun ihre eigenen Voreinstellungen (Presets) speichern.

Preise und Verfügbarkeit

Die Software «DxO PhotoLab 8« kann seit dem 17.09.2024 im Shop der DxO-Website gekauft werden. Sie wird wieder in zwei Editionen – Essential und Elite – angeboten, die sich durch die Zahl der erlaubten Installationen, den unterstützten Kameras und einigen Funktionen unterschieden. Die Elite Edition kostet 229.- Euro bzw. 249.- Franken, die abgespeckte Essential Edition ist für 155.- Franken zu haben.Eine Lizenz für DxO PhotoLab erfordert kein Abonnement.

Upgrade: Das Upgrade von Version 6 und Version 7 kostet 109 Euro bzw. 110 Franken (Elite Edition). Upgrades für die Essential Edition gibt es für 85 Franken.

Ausprobieren: Eine voll funktionierende Testversion von DxO PhotoLab 8 ist auf der DxO-Website verfügbar. Sie kann für 30 Tage vollumfänglich und kostenlos genutzt werden.

Weitere Infos

DxO PhotoLab (Produktseite)

Liste der unterstützten Kameras bzw. deren Raw-Formate (Infoseite)

DxO (Herstellerseite)

DxO PhotoLab 8 läuft unter Windows 10 (Version 22H2) oder 11 (Version 22H2) 64-Bit sowie unter macOS 13 Ventura und 14 Sonoma (auch auf Rechnern mit M1-Chip von Apple)

10 Kommentare zu “PhotoLab 8: optimierte Werkzeuge für Farbkorrektur und Rausch-Minderung”

  1. Die Preise für die Upgrades sind stolz. Auch ärgerlich: will man von Version 5 upgraden, muss man den vollen Neupreis bezahlen. Und inzwischen kommt Jahr für Jahr ein teures Upgrade mit kleinen Verbesserungen, aber keine grundsätzlich neuen Funktionen.

    1. @Moritz: Dieser „freiwillige Zwang“ zum jährlichen Upgrade nennt sich bei DxO „kein Abo-Zwang“. Als Kunde sind wir also völlig frei in der Wahl: Entweder eine Ohrfeige jetzt oder einen Kinnhaken später. DxO wird nicht müde, bei jedem Update „Farbkorrekturverbesserungen“ und die „DxO Optics Module“ als Upgradegründe zu wiederholen. In der 8. Version von DxO PhotoLab müsste die Software mittlerweile die gesamte Konkurrenz in der Schatten stellen, hat sie doch von jedem einzelnen Lizenznehmer über die Jahre hinweg viele hundert Franken oder Euros erhalten… Bei DxO gilt halt: „Guter Rat ist teuer, gutes Rot ist noch teurer.“ Die Version 9 – ich wage die Prognose – wird RAW-Dateien mit einer Grandiosität konvertieren, so dass wir vor dem Bildschirm eine Schutzbrille brauchen werden!

  2. Der Schweizerzuschlag ist frech, schliesslich sind die Steuer und der Wechselkurs so, dass wir etwa 10% tiefere Preise haben müssten statt höhere. Der Versand durchs Kabel ist auch nicht teurer.

    Man kann sich aber behelfen, indem man jetzt die Demoversion verwendet und dann am Blackfriday mit Rabatt kauft. Es gibt dann zwischen 30 und 50 %.

  3. Sicher sind die Upgrade-Preise ärgerlich. Aber dennoch zahle ich lieber diese Upgrade-Preise von DxO als die (weitaus teureren) Abo-Gebühren des bekannten amerikanischen Wettbewerbers, zumal ich mich bei DxO PL dafür entscheiden kann, eben kein Upgrade zu kaufen und meine Software dann immer noch funktioniert – was beim amerikanischen Wettbewerber nicht mehr der Fall ist, wenn ich aus dem Abo aussteige.
    Und, ja: Die Werbung ist reißerisch. Aber: Wo ist sie das nicht? Tatsächlich ist die Version 8 gegenüber der Version 7 eine deutliche Verbesserung, nicht nur, was den Workflow angeht, sondern auch in der Verarbeitungsgeschwindigkeit.

  4. Hallo Armin: Aktuell kosten gemäss Suchmaschine beim Neukauf: DxO PhotoLab 8: 229 $, Nik Collection 7: 159 $, DxO PureRAW 5: 119,99 $, DxO ViewPoint 5: 109 $, DxO FilmPack 7: 139 $. Die CHF-Preise sind zumeist noch höher. Es braucht schon sehr viel Tapferkeit, um sich dann die Adobe-Abopreise (die mehr als die DxO-Module integral enthalten, zum Beispiel AI-Technologien) vergleichsweise schlecht zu rechnen (ob Neukauf oder Update-Preise), egal ob man sich für ein Monats- oder Jahresabo entschliesst. Und nach einer Adobe-Abo-Kündigung? Man könnte weiterhin gratis Fotos importieren, organisieren, bewerten, verschlagworten und exportieren… Als Amateur (amateur = Liebhaber, von amare = lieben) kann man sich den DxO-Luxus lächend leisten. Als Profi hat man ein Auge auf den Profit. Wie DxO.

  5. Version 4 kannte 2020/21 schon Lumix Kameras, C1 noch nicht, darum kaufte ich mir eine Lizenz und später ein Update zu 5. Der Teil der Bildverwaltung schwächelt extrem. Im sehr netten DxO PL Forum ist der Standardratschlag, wenn was mal nicht klappt: „Datenbank löschen“. Ebenfalls ein Ärgernis für mich waren die hochgelobten Objektiv-/Kameraprofile (deren Erstellung ein Kostenfaktor sein dürfte), weil Photolab z.B. ein Sigma 35/2 oder 24/2 zu einem Leica Apo Summicron umdeklarierte und sehr stur dabei blieb, egal wie fehlkorrigiert die Bilder aussahen. Bei neuen Objektiven kann man schon mal ein paar Wochen warten müssen. Für einen Raw-Konverter, bei dem man Module zukaufen muss, ist Photolab ein teurer Spass.
    @Rolf Bürgin, Ihre beiden Kommentare haben mir sehr gefallen 🙂

      1. Mit „Modulen“ meinte ich nicht die Objektivprofile, sondern die Module „FilmPack“ ($ 139/CHF 155.–) und „ViewPoint“($ 109/CHF 120.–), die Rolf Bürgin bereits erwähnte. Siehe auch https://shop.dxo.com/de/. Damit kommt die ganze Installation neu auf CHF 250+155+120 = CHF 525 CHF. Oder als 3er Bundle CHF 400.– Da DxO PL rein gar keine KI-gestützte Auswahl bietet, muss man sich in die Kontrollpunkt-/Kontrolllinien aufwendig einarbeiten. Wieviel die Module an Mehrwert bieten, muss man ebenfalls herausfinden, dafür gibt es ja die 30 Tage Testversion. Vielelicht zuvor noch prüfen, ob die eigene Kamera-/Objektivausstattung auch unterstützt wird: https://www.dxo.com/de/supported-cameras/

    1. @ Joachim
      Das sind aber keine Module, sondern eigenständige Programme. Die haben nichts mit PhotoLab zu tun. Sie stammen einfach von der gleichen Firma und nutzen zum Teil dieselbe Technologie und lassen sich verknüpfen. Doch DxO Programme lassen sich auch mit Adobe Programmen verknüpfen.
      Ich verwende übrigens heute nur noch das FilmPack und lasse da die meisten Updates aus, weil mir der Nutzen neuer Versionen zu gering ist. Beim DxO Hauptprogramm bin ich vor Jahren ausgestiegen, da die Konkurrenz mich mit ähnlichen Funktionen mehr überzeugte.

      1. Doch, es sind Module, auch wenn sie aus Photolab (PL) ausgekoppelt und als eigenständige Programme verkauft werden. Zumindest bei Versionen 4 und 5 war es so, dass nach dem Kauf des Lizenzschlüssels dieser nur noch bei PL eingegeben werden musste, damit wurden die bereits im Paket enthaltenen Funktionen freigeschaltet. Zuvor waren sie gesperrt.
        Das sieht man auch daran, dass sich in PL selbst nach der Aktivierung nur wenig ändert. Es tauchen ein paar unscheinbare Regler, die zuvor ausgegraut in waren, diversen Paletten auf.
        Ist aber auch egal, ob man die Module als solche benennen will oder nicht: Sie sind eng mit PL verzahnt, wirken dort non-destruktiv, als Standalone-App aber nur auf exportierte RGB Bilder.

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